Ideomotorik –

        die Zeichen des Unterbewussten nutzen

 

oder warum einem der Mund schon wässrig werden kann beim blossen Anblick einer leckeren Speise…

Ideomotorik ist eine Zwiesprache mit dem Unbewussten. In der Hypnosetherapie wird sie eingesetzt um unbewusste Antworten bewusst zu machen oder um in Kontakt mit dem Unterbewusstsein zu treten.

Das Wort setzt sich aus den Begriffen „Idee“ und „Motorik“ zusammen und beinhaltet den Prozess, wenn sich eine gedankliche Idee oder Vorstellung in eine körperliche Handlung (Motorik) umwandelt und manifestiert.

Diese Handlungen können völlig unterschiedlich aussehen. Zum Beispiel kann dies eine körperliche Reaktion sein bei der Hormone ausgeschüttet werden und Speichelfluss, Tränen, Adrenalinausstösse bewirken. Aber auch kleinste subtile Reaktionen können die Folge sein wie ein Kopfnicken oder Fingerbewegungen bis hin zu Bewegungen des ganzen Körpers oder sich irgendwohin zu begeben. Sicher ist jedem von uns schon aufgefallen, dass wenn ein Redner einem aus dem Herzen spricht, die Zuhörer oft alle bestätigend mit dem Kopf nicken. Andererseits wird in der Runde ein leichtes, unmütiges Kopfschütteln zu bemerken sein, wenn etwas nicht gefällt.
Alle diese ideomotorischen Bewegungen sind vom Unbewussten gesteuerte willkürliche Muskelbewegungen bzw. Impulse, die durch Ideen, Vorstellungen und Suggestionen gefördert werden.

Eine geeignete Methode in der Hypnosetherapie

Diese vorhandenen Mechanismen können therapeutisch gezielt eingesetzt werden.
In der Hypnosetherapie werden konkret eben diese feinsten und subtilsten Körperbewegungen gebraucht, da die Information als Idee vom Unbewussten heraufgeschwemmt wird und so eine Reaktion auslöst.
Dieses ideomotorische Kommunikationssystem wurde von Leslie LeCron, David Cheek und 
Milton Erickson initiiert. Mit einem ausgewählten Frage und Antworte- Spiel lässt sich auf diese Weise diagnostisch und therapeutisch wertvolle Arbeit leisten. Da vom Klienten keine verbalen Antworten gegeben werden, erhalten wir durch die Umgehung der kognitver Leistungen unwillkürliche und spontane Köperbewegungen die wir lesen können.

Wir gehen folgendermassen vor:

Zuerst richten wir die ideomotorischen Bewegungen suggestiv ein. Das heisst wir richten einen „Ja“-Finger, einen „Nein“-Finger und einen „möchte-nicht-antworten“- Finger bewusst über Suggestionen ein.

(Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, eine wertvolle Quelle sind die Bücher von Agnes Kaiser Rekkas).
Dann lassen wir den Klienten in eine tiefe Trance eintauchen, so dass er noch Kontakt mit dem Coach hat und auch körperlich mit den zuvor eingerichteten Fingern reagieren kann.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun der oft nicht direkt zugängliche, schöpferische Reichtum des Klienten und seinen nützlichen Informationen. Das heisst, der Klient trägt das Potential in sich um eine Weiterentwicklung und Heilung zu verwirklichen.

In der tiefen Trance stellen wir jetzt logische Fragen um sein Problem – wo er entweder mit „Ja“ oder mit „Nein“ Antworten kann, aber auch der „möchte-noch- nicht-antworten“ Finger ist wichtig, welchen er jederzeit einsetzen kann. Wenn wir diesen Finger nicht einrichten, könnte dies eine komplette Katalepsie zur Folge haben oder eine Verweigerung eintreten, wenn der Klient noch nicht bereit ist über das Problem Antwort zu geben oder nicht antworten will (hier können auch Schamgefühle, oder sogenannte „Saboteure“ im Spiel sein).
Durch dieses Fragen werden innere Suchprozesse in Gang gebracht und die eigene Fundgrube wird aktiviert.
Der Coach kann über geschicktes Fragen weitere Informationen erhalten, wie: Bist Du bereit zu einem späteren Zeitpunkt Anwort zu geben, oder gibt es schon einen Teil in Dir der jetzt bereit ist, oder gibt es auf einer unbewussten Ebene schon eine mögliche Lösung?

Der Klient wird behutsam geführt aber gleichzeitig nimmt er selbst die Verantwortung für seine Entwicklung. Mit dieser Methode erfahren wir schnell und einfach, was der Klient braucht und wo es wirklich langgehen soll.

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© Hannelore Schmidt